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Blog vom 33. Österreichischen Controllertag

von Mario Rosenfelder

Guten Tag und Willkommen beim controlling strategy Blog vom 33. Österreichischen Controllertag

Heute berichte ich vom 33. Österreichischen Controllertag, welcher sich mit dem Thema Strategic Performance Management beschäftigt. Ich werde mir in gewohnter Weise ansehen, mit welchen Themen sich die hier vorgestellten Unternehmen beschäftigen und für Sie die wesentlichen Erkenntnisse zusammenfassen. In Anlehnung an die Agenda werde ich versuchen, von jedem der Hauptvorträge ein oder zwei Themen, die für uns als Controller besonders von Bedeutung sind herauszugreifen, um so die wesentlichen Erkenntnisse für Sie zusammen zu stellen.

Der Österreichische Controllertag 2013

Aktuell befinden sich, von mir geschätzt ca. 150 Personen im Raum. Herr Prof. Hoffmann von der WU Wien hat soeben die Veranstaltung eingeleitet und erläutert, warum er sich für das Thema Strategic Performance mit dem Untertitel "Next Practices im strategischen Controlling" für diesen 33. Österreichischen Controllertag entschieden hat.

Er ist der Meinung, dass gerade in wirtschaftlich turbulenten Zeiten neben dem operativen Management eine rasche und konsequente Strategieumsetzung ein kritischer Erfolgsfaktor im Controlling ist, und umreißt wie er mit dem Programm des 33. Österreichschen Controllertag versucht, dieses Thema abzudecken. Hier ein Link zum Programm

Strategic Performance Management - Prof. Dr. Thomas Günther

Der erste Vortrag zum Thema Neue Horizonte für Strategic Performance Management kommt von Hr. Prof. Dr. Thomas Günther von der TU Dresden, der soeben die Bühne betritt.

Er behandelt die Themen:

  • Messung und Steuerung von immateriellen Ressourcen
  • Integration von Wert- und Risikomanagement
  • Controlling-Unterstützung zur Implementierung von Strategien

Er zeigt auf, wie es zu Fehlentscheidungen kommen kann, aufgrund der Tatsache, dass das klassische Controlling die Schaffung oder Vernichtung von immateriellen Werten nicht erfasst. Er bedient sich dabei eines Beispiels aus der Porzellanindustrie. In Summe ist der Vortrag ein Apell zur Integration von Strategischer Planung, Risikomanagement und wertorientierter Steuerung. Der Vortrag kommt etwas theoretisch an, es fehlt mir etwas am praktischen Bezug. Aber der Vortrag war ja auch als theoretischer Input von Prof. Hofmann gedacht.

Ich denke, Herr Prof. Günther wollte vermitteln, dass wir uns als Unternehmer nicht nur an der Gewinn- und Verlustrechung sowie an der Bilanz orientieren dürfen, sondern, dass wir auch die immateriellen Werte wie die Fähigkeiten unserer Mitarbeiter oder das Prozess- und Marktwissen im Unternehmen nicht außer acht lassen dürfen, denn letztendlich sind es ja genau diese immateriellen Werte, die erst zu einem in der Gewinn- und Verlustrechnung ausweisbaren Erfolg oder Verlust führen.

Die Rolle des CFO bei der strategischen Neuausrichtung und nachhaltigen Performance Steigerung! Joe Kaeser, Siemens AG

Im zweiten Fachvortrag kommt aber ein Mann mit praktischer Erfahrung als CFO, nämlich Joe Kaeser von der Siemens AG auf die Bühne! Er referiert zum Thema Rolle des CFO bei der strategischen Neuausrichtung und nachhaltigen Performance Steigerung. Er stellt seinen Konzern mit rund 78 Mrd. Euro Umsatz und rund 370.000 Mitarbeitern kurz vor, hebt freundlicherweise auch noch einmal die Bedeutung von Siemens Österreich hervor und stellt dann gleich einmal klar, was ein CFO bei Siemens können muss.

Was ein CFO bei Siemens alles können muss:
Finanzberichterstattung, effektives Risiko-Management, eine effektive betriebswirtschaftliche Verwaltung aufbauen und Controlling und Finanazplanung im Detail beherrschen, dass sind die Basisanforderungen an einen CFO. Darüber hinaus sollte er dann auch noch Entwickler, Förderer und Mentor für Talente sein, und auch noch die Rolle als Anwalt des Investors zum Schutz der Vermögenswerte auftreten.

Gerade diesen letzten Punkt finde ich für CFO´s von Aktiengesellschaften besonders interessant. Herr Kaeser beschreibt hier ganz prägnant, wie der CFO sozusagen als Anwalt, ich würde fast sagen als Treuhänder zwischen Aktienkäufern und Aktienverkäufern steht und sozusagen das betriebswirtschaftliche Gewissen der Unternehmung zu bilden hat.

Wie SIEMENS seine Manager dazu bringt, das Unternehmen nachhaltig zu steuern?
Neben der Aufarbeitung des Korruptionsskandals des SIEMENS Konzerns erklärt Herr Kaeser noch wie es SIEMENS schafft, dass sich die Manager in Ihren Entscheidungen ähnlich nachhaltig verhalten; wie es zum Beispiel der Besitzer eines Familienunternehmens macht? Die Führungskräfte der ersten und zweiten Ebene werden nämlich verpflichtet ein x-Faches des Jahreseinkommens an Aktien zu halten. Damit soll sichergestellt werden, dass sich Manager wie Unternehmer verhalten. Fällt der Aktienkurs, müssen die Manager, wenn dadurch eine Unterdeckung entsteht, Aktien aus der privaten Tasche nachkaufen. Die Kaufverpflichtung geht bis zu einem Aktienwert in der Höhe von 6 Jahresgehältern. Offen bleibt, wie lange die Manager ihre Anteile halten müssen, wenn sie aus dem Unternehmen aussteigen. Denkbar wäre, dass die Manager die Aktien bis 3 Jahre nach dem Ausscheiden behalten müssen, dass wäre natürlich ein starker Anreiz für wirklich nachhaltiges Managen.

One SIEMENS das Zielsystem für nachhaltige Wertsteigerung!
Herr Kaeser erklärt uns auch, wie er ein Zielsystem entwickelt hat, welches über Umsatzwachstum, Kapitaleffizienz, und Kapitalstrukturvorgaben in der Lage ist, die Steuerung für den gesamten Konzern auf nachhaltige Wertsteigerung auszurichten. One Siemens - ein wirklich spannendes Programm, dass sich sicherlich auch auf andere Unternehmen übertragen lässt.

In Summe ein sehr spannender und hochwertiger Vortrag zum Thema Rolle des CFO bei der strategischen Neuausrichtung und nachhaltigen Performance Steigerung.

Auf den Vortrag von Hr. Walter Oblin von der Österreichischen Post, der sich mit dem Thema Kapitalmarktorientiertes Controlling in der Österreichischen Post AG beschäftigt, folgt ein für mich besonders spannender Vortrag von Hr. Gerald Grohmann, Vorsitzender des Vorstandes und CEO von Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment:

Erfolgreiche Strategien in turbulenten Zeiten aus Sicht des CEO! Gerald Grohmann, Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG

Eindrucksvoll beschreibt uns Herr Grohmann, wie es das österreichische Unternehmen, welches bereits seit 1862 besteht, geschafft hat in die Oilfield Service-Industrie einzusteigen. Das Unternehmen, welches so wie ich es verstanden habe, ursprünglich lediglich auf die Produktion von nichtmagnetischem Stahl spezialisiert war, hat sich Schritt für Schritt zum Lösungsanbieter für das DIRECTIONAL DRILLING entwickelt. Zur Strategie des Unternehmens gehört es, dass sich auf Nischen innerhalb der Branche spezialisiert und in jeder dieser Nische jeweils Marktführerschaft mit einem Marktanteil von 50% oder mehr anstrebt. Dieses anspruchsvolle Ziel wurde in der Zwischenzeit auch bereits erreicht. Ein beeidruckendes Video zur Lösung von Schöller-Bleckmann finden sie unter folgendem Link.

Herr Grohmann zeigt aber auch, dass sich das Unternehmen intensiv mit den Entwicklungen der Branche außeinandersetzt, d.h. sich intensiv damit beschäftigt, wie sich Nachfrage und Ölförderungen in nächsten Jahren entwickeln werden. Für uns als Controller ist es eine Bestätigung, dass sich auszahlt, strategische Analysen zu machen und darauf aufbauend eine Unternehmensstrategie zu entwickeln.

Ich hoffe dieser Kurzbericht zum meinem Besuch am 33. Österreichschen Controllertag hat Ihnen geholfen einen Überblick über die Controlling Themen zu bekommen mit denen sich sowohl Unternehmen als auch Wissenschaft im Bereich der Unternehmenssteuerung aktuell beschäftigen!

Mit freundlichen Grüßen und vielleicht schon bis bald!

Ihr Mario Rosenfelder

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