Controller Forum 2013

von Mario Rosenfelder

Guten Tag und willkommen beim controlling strategy blog vom Controller-Forum 2013! Der Treffpunkt für Führungskräfte und Controller

Die Veranstalter des Controller Forums 2013, die FH CAMPUS 02 sowie die ICG Integrated Consulting Group haben wie alle Jahre wieder ein umfassendes Programm mit mehreren Praxisvorträgen und Workshops zu Controlling Themen wie: Beschaffungscontrolling, Innovationscontrolling, Controlling aus Sicht des Vorstandes oder Unternehmenssteuerung in globalen Technologieunternehmen zusammengestellt. Ich berichte wie immer kurz von den interessantesten Vorträgen und versuche die interessantesten Aspekte herauszuarbeiten.

Univ.-Prof. Dr. Rainer Münz: Woher kommen die Arbeitskräfte von morgen?

Nach der freundlichen Begrüßung der Veranstalter geht es im ersten Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Rainer Münz von der Forschungsabteilung der Erste Group um das Thema Controlling, aber erst auf dem zweiten Blick. Er zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie es in Europa zu einer Überalterung der Gesellschaft kommt, die Lebenserwartung stetig steigt und das Pensionsantrittsalter nicht und nicht nach oben geht. Er stellt also berechtigt die Frage: Woher kommen unsere Arbeitskräfte von morgen? Er fordert eine Anpassung des Entlohnungssystems, weg von einem System automatischer Lohnerhöhungen hin zu einer leistungsorientierten Entlohnung, was dazu führen soll, dass nicht automatisch die Mitarbeiter mit der längsten Betriebszugehörigkeit auch am meisten verdienen. Vielmehr sollte ein System geschaffen werden, welches auch einen Rückschritt ermöglicht. Als weiteres wichtiges Thema in diesem Kontext nennt Univ.-Prof. Dr. Rainer Münz den Umgang mit Zuwanderern, da wir mehr oder weniger darauf angewiesen sind, dass es ein Mindestmaß an Zuwanderung gibt. Es geht darum Chancengleichheit zu schaffen und Zuwanderern ein attraktives Umfeld zu bieten, da die große Zeit der Zuwanderungen in unser Land bereits vorbei ist und vor allem hochqualifizierte Personen aufgrund fehlender Rahmenbedingunen immer öfter unser Land nicht mehr als attraktives Zielland ansehen. Auch hier muss sich die Politik die Frage stellen, was können wir tun, um hier ein attraktives Umfeld zu bieten. Der Ball liegt hier aber nicht nur bei der Politik, sondern auch ganz klar bei den Unternehmen, da natürlich diese diejenigen sind, die im unmittelbaren Wettbewerb stehen und die Konsequenzen fehlender Fachkräfte treffen.

In Summe glaube ich, dass Univ.-Prof. Dr. Rainer Münz hier einen Trend anspricht, der für uns Unternehmer und Controller, vor allem aus Sicht des strategischen Controllings besonders wichtig ist und da hier ein Trend aufgezeigt wird, der die Unternehmen sicher auch bei der Personalbeschaffung ganz entscheiden treffen wird. Darüber hinaus muss die Frage aber natürlich auch lauten: Wer sind die Kunden von morgen? Oder wie können wir einen Interessensausglich zwischen den Generationen schaffen? Ich denke, dass jedes Unternehmen im Rahmen der strategischen Planung zumindest evaluieren sollte, wie weit er für die Zukunft der Unternehmung entsprechende strategische Relevanz hat.

DI (FH) Oliver Heinrich (Infineon Technologies Austria AG): Unternehmenssteuerung in einem globalen Technologie-unternehmen

Im zweiten Vortrag erläutert uns Oliver Heinrich, seines Zeichens CFO der Infineon Technologies Austria AG wie Unternehmenssteuerung in einem globalen Technologieunternehmen funktioniert. Er zeigt, dass sich das Unternehmen in einem hochgradig volatilen Markt bewegt, in welchem Wachstumsschwankungen von mehr als 30% nicht die Ausnahme, sondern die Regel sind. Das Unternehmen begegnet diesen Herausforderungen mit einer Balanced Scorecard nach Kaplan Norton, welche in die Perspektiven: Finanzwerte, Kunden, Prozesse und Menschen gegliedert ist. Hier sieht man, so glaube ich, dass das Tool Balanced Scorecard besser ist als sein Ruf und nach wie vor ein tolles Steuerungsinstrument darstellt.

Herr Heinrich hebt die Bedeutung des Forecasts als wichtiges Steuerungsinstrument hervor, mit dem die Unternehmung versucht bis zu 18 Monate vorauszuschauen. Besonders interessant erscheint mir auch, dass der Forecast nicht nur auf Umsatz und Gewinn und Verlustrechnungsebene sowie Liquiditätsebene erfolgt, sondern auch ein entsprechender Bilanz-Forecast erstellt wir, was mich persönlich in meinem Grundsatz bestärkt, dass wir ein umfassend integriertes System zur Unternehmenssteuerung benötigen.

In Summe eine überaus interessante Veranstaltung, die ich jedem Controller nur empfehlen kann.

Mit freundlichen Grüßen und vielleicht schon bis bald!

Ihr Mario Rosenfelder von Controller Forum 2013

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